[Telepolis] Kein Eldorado mehr …?

Satellitenbild der Halbinsel Chalkidiki, Quelle: Wikipedia, Chalcidice_Peninsulas, NASA-Aufnahme

[Telepolis.de]  von Wassilis Aswestopoulos: Die Kanadier stellen ihre umstrittene Investition in Griechenland ein

Einen Tag nachdem der griechische Premierminister Alexis Tsipras zur Eröffnung der Internationalen Messe von Thessaloniki Griechenland als ein für Investoren freundliches Land feierte, ließ die kanadische ElDorado Gold mit einer Pressekonferenz im Athener Hilton Hotel eine Bombe platzen. Die Firma stellt zum 22. September die Investitionen in Griechenland, sprich die aktiven Tätigkeiten ihres Tochterunternehmens Hellas Gold, ein, ließ das Unternehmen über den CEO von ElDorado, George Burns, die griechische Öffentlichkeit wissen. Als Grund werden schleppende Genehmigungsverfahren und politische Widerstände gegen die Investition genannt.

SOS Halkidiki

Nordgriechenland. Ein Ort voller natürlicher Schönheit, voller historischer Spuren, wo ein verzweifelter Kampf geführt wird, während das Land die größten Plünderungen seiner Geschichte erlebt.
Dank der Beihilfe von Politikern mit zweifelhafter Moral hat sich hier das kanadische Unternehmen « Eldorado Gold Corporation » niedergelassen, um aus Griechenland bis 2016 das europäische Goldexportland Nummer Eins zu machen.

Durch Ausnutzung eines beschleunigten Verfahrens ohne öffentliche Ausschreibung, « fast-track » genannt, also entgegen der europäischen Gesetzgebung, hat die griechische Regierung die Minen vom Stratonikosberg in der Region Halkidiki für 11 Millionen Euro verkauft. Die erwartete Rendite der dort vorhandenen Goldvorkommen wird auf 15 bis 20 Milliarden Euro geschätzt! Auf die gleiche Weise wurden tausende Hektar Land, Dörfer, Infrastruktur und Ausrüstung und die Goldabbaugenehmigungen an Eldorado verkauft.

Von der Antike bis heute wurden in dieser Region etwa 33 Millionen Tonnen Golderz abgebaut, doch Eldorado sieht vor in den nächsten 25 Jahren etwa 380 Millionen Tonnen im Tagebau und unter Tage zu gewinnen. Nach dem griechischen Minengesetz, das noch unter der « Militärdiktatur (1967-1974) » verfasst wurde, erhält der Staat keinen Gewinnanteil aus den Minenaktivitäten, der Metallproduktion oder -verarbeitung. Der Staat soll einzig von den wirtschaftlichen Folgen durch erhöhte Lohnsteuereinnahmen, Mehrwertsteuer und Sozialversicherungsbeiträge daran verdienen.Zwei gleichartige Investments sind ebenfalls in den beiden nordgriechischen Regionen Thrace und Kilkis angekündigt, der eindringlichen Warnungen durch Wissenschaftler bezüglich der ökologischen Gefahren einer Minenaktivität zum Trotz.

Die Regierung hatte sich in der Vergangenheit auf Grund der katastrophalen ökologischen und sozialen Folgen gegen Minenaktivitäten in diesen Regionen ausgesprochen. Nun bietet sie jedoch unter skandalösen Bedingungen verschiedenen Unternehmen staatliche Gebiete, bewohnte Gebiete, Quellen, geschützte Wälder etc. zu Spottpreisen zum Verkauf an. Alles begründet durch die Wirtschaftskrise unter Bruch der Verfassung und Verletzung der Menschenrechte. Weiterlesen