[jW 25.02.2019] Ökonomie schlägt Pädagogik

»Digitalpakt« ist ein Geschenk für die IT-Industrie und ein Angriff auf das Kindeswohl
Der »Digitalpakt« wird als großer Durchbruch gefeiert, doch der Eindruck täuscht: Nicht alle begrüßen die in der Vorwoche erzielte Einigung. Die Kritiker sind nur nicht vernehmbar in der lärmenden Euphorie. Parteien, Gewerkschaften und Wirtschaftsvertreter scheinen die Absicht zu haben, Kinder künftig durch Studienrat »Dr. Bertelsmann« unterrichten zu lassen (vgl. Spaltentext). »Es ist bereits fünf nach zwölf«, mahnte am Donnerstag der Verband Bildung und Erziehung (VBE), um danach aufzuzählen, was noch alles zu erledigen ist: Zuständigkeiten klären, Ansprechpartner benennen, Prozesse anstoßen, eine Fortbildungsoffensive, neue Lehrpläne etc. Zeit hat man für all das aber nicht, denn es brauche »schnelles und entschiedenes Handeln«. Was auch fehlt, um die neuen Aufgaben zu stemmen, sind: Lehrer. Nie war der Mangel an Pädagogen so groß wie heute.
Lest hier den Artikel in der jungen Welt vom 25.02.2019 weiter.

Lesetipp für Abonnenten der jW

[RBB Kulturradio] Der Anfang vom Nirgendwo

Der Anfang vom Nirgendwo
Von Kaye Mortley

„At the back of Bourke“ sagen Australier, wenn sie „mitten im Nirgendwo“ meinen. Besonders für die weißen Australier ist Bourke Synonym für einen „Nicht-Ort“. Tatsächlich liegt Bourke tief im Landesinneren des Kontinents. Ein Drittel Aborigines wohnen hier. Wenn sie sich in die Wüste hinter Bourke begeben, wandern sie durch Landschaften ihrer Stammesgeschichte. Früher hatten die Ureinwohner Australiens ihre eigene Sprache und Kultur.

Dann kamen Invasion … Kriege … Massaker und Vertreibung. Die Aborigines werden zu Flüchtlingen im eigenen Land. Sie ziehen in die Stadt und verlieren unterwegs einen Teil ihrer kulturellen Identität. Kaye Mortleys akustische Fabel einer Gegend, die sprichwörtlich geworden ist für das „Nirgendwo“, handelt von den Menschen, die an diesem Ort leben und dennoch nicht zählen.

Quelle und zum Nachhören des Features folgt diesem Hyperlinkhttps://www.kulturradio.de

(bis 11.1.2019 verfügbar)

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[NDR Filmtipp] Kein Fleisch mehr aus Liebe zum Tier?

The End of Meat – Eine Welt ohne Fleisch, Regie: Marc Pierschel

Quelle: http://www.ndr.de/kultur/film/Filmtipp-The-End-of-Meat,theendofmeat100.html

[NDR Filmtipp] von Anke Schnackenberg: Jedes Jahr züchten, mästen und töten wir 56 Milliarden Nutztiere. Dieses System ist für 18 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Es verbraucht ein Drittel des Trinkwassers, belegt 45 Prozent der gesamten Erdoberfläche, hat 70 Prozent des Amazonas-Regenwaldes zerstört und ist zur größten Bedrohung der Artenvielfalt geworden.

Und während elf Prozent der Erdbevölkerung unter Mangelernährung leiden, verfüttern wir die Hälfte des weltweiten Getreides an Tiere, die wir später essen. Schockierende Zahlen, die den Dokumentarfilmer Marc Pierschel nicht in Ruhe lassen. Er lebt vegan, verzichtet vollständig auf tierische Produkte – weil er sich verantwortlich fühlt: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, wenn wir unsere Ernährungsweisen, unsere Lebensweise nicht ändern, dann wird es ein enormes Problem geben, auf das wir zusteuern.“

Trailer des Dokumentarfilms „The end of meat“ (2017) von Marc Pieschel

[Youtube] Sei wachsam

Ein Wahlplakat zerrissen auf dem nassen Rasen,
Sie grinsen mich an, die alten aufgeweichten Phrasen,
Die Gesichter von auf jugendlich gemachten Greisen,
Die Dir das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen.
Und ich denk’ mir, jeder Schritt zu dem verheiß’nen Glück
Ist ein Schritt nach ewig gestern, ein Schritt zurück.
Wie sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern ermahnen,
Sie nennen es das Volk, aber sie meinen Untertanen.
All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen,
Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen:
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!

Quelle: http://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/sei-wachsam