[Naturfreunde Brandenburg] Synergasia – ein Solidaritätsprojekt

[Naturfreunde Brandenburg] Synergasia - ein Solidaritätsprojekt

Quelle: [Naturfreunde Brandenburg] Synergasia – ein Solidaritätsprojekt

von Jeanette Rassmann

Synergasia bedeutet Zusammenarbeit – Zusammenarbeit zwischen griechischen Olivenbauern, die gemäß alter Tradition auf den Olivenäckern ihrer Familien arbeiten wollen und deutschen sowie französischen Abnehmern, die das Öl zu seinem wirklichen Wert abnehmen.

Das Projekt soll jungen Frauen und Männern in ihrer Heimat Arbeit und gerechte Entlohnung verschaffen, um eine Abwanderung zu verhindern. Auf längere Sicht gesehen, soll dieses Projekt den Menschen in der gesamten Region helfen.

Zum Verständnis dieses Anliegens sollte man etwas über die Produktion von Olivenöl wissen. Unter Idealbedingungen werden pro Olivenbaum 40kg Oliven geerntet, aus denen man 6 bis 7 kg Öl gewinnt. Auf einer Plantage stehen ca. 100 Bäume- es werden also 600 bis 700kg Öl gewonnen. Eine gewinnorientierte Genossenschaft zahlt für ein Kilogramm kalt gepresstes Olivenöl ca. 2€, woraus sich ein Erlös von 1200 bis 1400€ ergibt. Davon müssen allerdings noch Ausgaben für Düngung, Bewässerung und Ölmühle abgezogen.

Das Öl wird an italienische, deutsche oder andere Großhändler verkauft, z.T. umdeklariert und als italienisches Öl verkauft. Nach europäischem Recht kann Olivenöl als griechisch, spanisch, italienisch deklariert werden, wenn mindestens 30% des Produktes tatsächlich aus diesen Ländern stammt. Der Journalist und Griechenlandexperte Hansgeorg Hermann stellt fest: „Nicht nur italienische, sondern auch deutsche Großhändler profitierten in den vergangenen Jahrzehnten von der Unfähigkeit der griechischen Genossenschaften (oder von deren korruptionsgesteuertem Unwillen), ihren Produkteuren »echte« Preise für das Öl zu bezahlen.“

Aufgrund dieser Bedingungen verkauften viele Familien ihr Land und wanderten ab. Das führt dazu, dass immer mehr Land in immer weniger Händen konzentriert wird. Das führt in Verbindung mit den EU-Subventionen zu immer mehr großflächigem Anbau fördern, Monokulturen und in deren Folge zu großen Naturzerstörungen führt.

Angesichts der Jugendarbeitslosigkeit von 60% und der offiziellen Arbeitslosenquote von 30% in Griechenland wuchs die Idee, über Selbstvermarktung zu einem realistischen Preis unabhängige Vertriebsstrukturen zu schaffen. Das größte Problem dabei ist der Transport von Kreta nach Deutschland und die Verteilung an die Endkunden. Da Transportunternehmen keine Kleinmengen zu annehmbaren Preisen transportieren, konnte erst nach längerem Suchen der Transport nach Kappel-Grafenhausen, dem Sitz von ehrenamtlichen Helfern, die die weitere Versendung in Deutschland übernahmen, organisiert werden.  2014 konnten Verteilerstrukturen des Projektes Olivia genutzt werden, was mit 12€ / Kanister zusätzlichen Kosten verbunden war. Das Projekt Olivia ist ein ähnlich gelagertes Projekt mit Patenschaften in Spanien, Italien und Griechenland. Im Jahre 2013 wurde die gesamte Verteilung ehrenamtlich organisiert.
2013 war das Ziel, 1000 Liter Olivenöl in Deutschland zu verkaufen. Tatsächlich verkauft wurden sogar 1400 Liter. Im ersten Jahr konnten 10 Familien unterstützt werden, die nach Abzug aller Kosten 11,50€/l bekamen. Zu dieser Zeit zahlten die Genossenschaften zwischen 2,20€ und 3,30€/l. Im Jahr 2014 konnten 1600l verkauft werden, es konnten 20 Familien unterstützt werden, an die  10€/l bezahlt werden konnten. (2,20€-3,20€ in Genossenschaften). Für 2015 besteht die Hoffnung, insgesamt 3t Olivenöl zu verkaufen und 25-30 Familien einzubeziehen.

Regelmäßig gibt Hansgeorg Hermann per Mail Informationen zu Verkauf, Unterstützung usw. heraus. Im letzten Jahr organisierte er mit den beteiligten Partnern auf Kreta zwei Ernteeinsätze, um den Abnehmern direkte Kontakte zu ermöglichen und größtmögliche Transparenz herzustellen. Inzwischen stellen die beteiligten Familien auf ökologischen Landbau um.
Da ich von dem Projektansatz begeistert bin, habe ich mir vier Mitstreiter gesucht und mitgemacht. Wir waren von der Ölqualität begeistert und haben in diesem Jahr unsere Bestellmenge verdoppelt. Nach wie vor finde ich das Projekt unterstützenswert, da es ermöglicht, einfach Solidarität zu üben und andere Signale als die Troika auszusenden.

Bestellinformationen:
Die Abgabe erfolgt ausschließlich in Fünf-Liter-Kanistern zu einem Preis von 75€. Es wird per Mail bestellt, das Geld überwiesen und dann kommt das Öl. Bisher leider immer erst Ende Mai/Juni.

E-Mail-Bestelladresse: hermann@otenet.gr
Konto: Hansgeorg Hermann
Société Générale Paris Gare de L’Est
BIC: SOGEFRPP
IBAN: FR76 3000 0505 7307 862

Ein Gedanke zu “[Naturfreunde Brandenburg] Synergasia – ein Solidaritätsprojekt

  1. Jens 1. Juni 2015 / 15:51

    Habt Ihr noch ähnliche projekte? Wenn ja, dann verlinkt sie doch hier inden Kommentaren. ist sicherlich hilfreich.

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